
Pivot Cycles ist neben Turner und IBIS eine der wenigen Marken, die noch das DW-Link Hinterbausystem verwendet, das Sam Hill und Ironhorse berühmt gemacht haben. Der Gründer von Pivot Cycles, Chris Cocalis, hatte vor vier Jahren genug von suboptimalen Lösungen und so soll der Drehpunkt bei allen Pivot Bikes die Detailverliebtheit sein. Bei den bekannten Modellen Mach 4, Mach 5 und Firebird zeigt sich dies in hervorragender Lagerung, minimalen Hebeln an den Links und Wippen des Hinterbaus sowie zweiteiligen Innenlagerblöcken mit Press Fit Lagerschalen, sauber berechneter Hinterbaukinematik und nicht zu letzt kurzen Steuerrohren für viel Druck auf dem Vorderrad.

Zum Sea Otter Classic Festival wurde dann bekannt gegeben, dass es ein World Cup Team (Team LEX/Pivot) mit Unterstützung von Pivot geben wird, in dem Kyle Strait und Mitch Delfs fahren. Ein World Cup Team im Downhill und kein passendes Rad in der Produktlinie? Klar, dass da etwas kommen musste und wie es aussieht, gibt es 2011 ein weiteres richtig heißes Downhillrad: Das Pivot Phoenix DH. Wer den Namen interpretieren will, der darf dieses Bike gerne als die Wiedergeburt des legendären Ironhorse Sundays ansehen. Es ist aber mehr als das.

Die technischen Daten klingen ziemlich interessant. So kommt der Rahmen mit standardmäßigen 207mm Federweg am Hinterbau und verwendet dabei einen Federwegsabhängigen Anti-Wipp-Effekt. Soweit nichts Neues. Ein Problem der DW-Link-Rahmen ist jedoch immer die Lagerhaltbarkeit und Hinterbausteifigkeit gewesen und hier hat Pivot einiges nachgelegt. Der untere Link dreht sich um einen 17mm dicken Drehpunkt (der obere um eine 16mm Achse) und bekommt zweireihige EnduroMax Lager für maximale Haltbarkeit und Steifigkeit spendiert.

Rein von der Kinematik her unterscheidet sich das Phoenix dann auch deutlich vom Sunday. Während das Sunday auf einen positions abhängig dämpfenden Dämpfer mit viel Durchschlagschutz abgestimmt gewesen ist, hat das Pivot im weiteren Verlauf des Übersetzungsverhältnisses weiterhin einen progressiven Kurvenverlauf und braucht nicht so viel Unterstützung vom Dämpfer, um nicht durchzuschlagen.

Ein weiteres schickes Detail gibt es auch am Steuerrohr des sehr massiv und flach wirkenden Rahmens. Ausgehend von einem Winkel von 64° lässt sich durch einen Einsatz im Steuerrohr der Lenkwinkel verstellen. Das haben viele, aber Pivot verspricht die Optionen +- 0,5 / 1 /1,375° - somit werden dem Fahrer sieben verschiedene Optionen zur Einstellung des Lenkwinkels gegeben… ich sehe schon jemanden in Winterberg den DH hinunterkriechen, der den Lenkwinkel auf 62,625° gestellt hat…
Ebenso wird sich über verschiedene Ausfallenden ähnlich dem G3 Dropout System von Intense sowohl der Radstand, als auch die Innenlagerhöhe verstellen lassen.

Das Pivot Phoenix wirkt also rundum gelungen und könnte einige Fahrer von alten Ironhorse Sundays zu einem Wechsel auf aktuelles Material bewegen. Der Look wirkt vertraut und da es den Rahmen in vielen verschiedenen Farbkombinationen geben wird, sollte für jeden etwas dabei sein. Der einzige Haken bei der Geschichte: Der Liefertermin wird mit Januar 2011 angegeben - bis dahin heißt es fleißig World Cup schauen und abwarten.
















