1. Gefahren: Yeti ASR 5 Carbon

    Bei unserer ersten Begegnung steht das ASR 5 Carbon schüchtern in der Ecke einer Tiefgarage beim Ride Camp von DT Swiss in Spanien [Bericht]. Doch schon auf den ersten Metern durch die Tiefgarage konnte ich spüren, was in dieser schüchternen Schönheit noch alles stecken würde. Also habe ich den Hörer in die Hand genommen und bei Yeti nach einem Testrad dieses seltenen Exemplars gefragt… here we go:

    Aus der Packung:

    Über 6800€…  das Rahmenkit für 2700€… Am ASR 5 Carbon scheint Yeti alles verbaut zu habe, was gut und teuer ist und der Preis haut einen spontan um. Für dieses Geld im Gegenwert eines Kleinwagens kommt das Testrad mit einer kompletten Shimano XTR Ausstattung, Thomson und Easton Anbauteilen, Chris King Steuersatz und Schwalbe Fat Albert Reifen. Und einem handlaminierten Carbonrahmen, der das Bike zu einer echten Schönheit werden lässt. Das unidirektional gelegte Carbon scheint an Hinterbau und Decals durch und verleiht dem Bike einen feinen Look. Gleichzeitig wirkt es mit dem dicken, konischen Steuerrohr massiv und auch die Kettenstreben wirken vertrauenserweckend. Erwähnenswert und wirklich schön ist die teils interne Zugverlegung am Yeti. Hier haben sich die Ingenieure eine saubere Lösung einfallen lassen, deren einziger Haken es ist, dass die Gabel mit den hoch bauenden Einstellknöpfen beim (unfreiwilligen) X-Up mit den Kabeln in Berührung kommt.

    Bei der Federung setzt Yeti auf Komponenten aus dem Haus Fox und verbaut an der Front eine 120mm 32 Float FIT RLC und am Hinterbau einen RP23 Boostvalve Dämpfer, der die 130mm Federweg kontrolliert.

    Grundsätzlich gibt es den Rahmen in zwei Versionen: Eine aus Aluminium und eine aus Carbon. Beide haben die gleiche Geometrie aber das Carbonbike liegt mit nur 2,15kg Rahmengewicht deutlich vor der Aluversion, die auf 2,5kg kommt. Beider Versionen gibt es jeweils in den Größen S, M und L, wobei unser Testrad in Größe M daherkommt und allen Fahrerinnen und Fahrern ab 1,65m bis 1,80m passen sollte. Mehr dazu aber im ersten Fahreindruck. Die weiteren Daten des Rahmens: Das Innenlager ist ein standardmäßiges BSA Innenlager mit 73mm Gehäuse, dass keine ISCG Aufnahme aufweist. Am Hinterbau bietet Yeti über einschraubbare Einsätze die Wahl zwischen einer 135mm Schnellspannachse und einer 142x12mm Steckachse. 

    Entscheidend für das Fahrverhalten ist jedoch die Geometrie und hier versucht Yeti, den Stein der Weisen für die Trailbikes dieser Welt zu finden. Das Rad soll sowohl fleißig und mit Druck auf dem Vorderrad klettern, als auch schnell und ruhig abfahren und dabei auch größere Brocken schlucken. Um diesen Spagat zu ermöglichen, spendiert Yeti dem Rahmen einen 68° Lenkwinkel (bei 120mm) und einen steilen 72,2° Sitzwinkel. Die Kettenstreben sind mit 430mm etwas länger als an den meisten anderen Rahmen und sorgen so ebenso für Laufruhe und gute Klettereigenschaften wie das etwa 600mm lange Oberrohr (parallel gemessen). Angenehm tief kommt das Innenlager daher, dass sich nur 33cm über dem  Boden befindet.

    Was fällt noch auf, bevor es mit dem Rahmen auf den Trail geht? Nun - wie schon bekannt verwendet Yeti am abgestützten Eingelenker nur drei Lager und spart sich den Drehpunkt über dem Ausfallende. Der Flex in den Carbonsitzstreben muss reichen, um das Einfedern des Hinterbaus zu ermöglichen. Das funktioniert soweit tadellos und sollte auf Grund des kleinen Winkels auch auf Dauer funktionieren.

    So stellt sich also vor dem Start nur noch die Frage, was dieses extrem teure Rad eigentlich will? Die 160mm Scheibe gemeinsam mit der XTR Ausstattung und dem leichten Rahmengewicht deuten die Richtung hin zum CC und Marathoneinsatz aber die 130mm Federweg in Kombination mit einem breiten Lenker, kurzem Vorbau und tiefem Innenlager lassen auch die Abfahrtsorientierung dieses Bikes durchscheinen. Könnte es sich hier um eines der wenigen Bikes handeln, die alles können, was der normale Mountainbiker in Angriff nehmen will? Oder erkauft sich Yeti das Traumgewicht mit Einschränkungen im Abfahrtsbereich?

    Erster Eindruck:

    Bevor es losgeht, will das Bike abgestimmt werden, was bei den bekannt gut funktionierenden Fox Federelementen kein Problem darstellt und dank bereits montierter Gummiringe an Gabel und Dämpfer einfach funktioniert. Am Hinterbau fahren wir für eine bessere DH-Performance mit etwas weniger Druck und stoppen nerviges Wippen dafür durch die einfach zu erreichende ProPedal Einstellung des Dämpfers.

    Das sich das Bike leicht fahren lassen würde, ist bei dem extrem guten Gewicht von 11,1kg (mit 430g Pedalen) kein Wunder gewesen. Auf dem Trail überzeugt das Yeti aber mit einer leichtfüßigen und extrem verspielten Natur, die zum Kurvenshredden einlädt und richtig viel Spaß macht. Insgesamt ist die Sitzposition sehr zentral und wirklich gut ausbalanciert, obwohl sich das Rad vergleichsweise kurz anfühlt. Der breite Lenker und der 70mm Thomson Vorbau tun dann auch ihr übriges dazu, dass sich das Rad in etwa so fährt, wie ein BMX mit Federwegsextra. Leicht, handlich und verdammt schnell. Interessant ist die Reifenwahl von Yeti. Mit den Fat Alberts von Schwalbe holen sich die Amerikaner einige Gramm zusätzliches Gewicht an Bord und doch macht diese Reifenwahl sehr viel Sinn: Das ASR 5 will um Kurven geschmissen und über enge Singletrails bewegt werden und hier würde mit einem leichten Reifen wie dem z.B. dem Rocke Ron ein Riegel vorgeschoben, wo keiner hingehört. Der Fat Albert überzeugt mit sehr gutem Grip und einem fein kontrollierbaren Grenzbereich, der viel Vertrauen stiftet und damit perfekt zum spielerisch fahrbaren Rahmen passt.

    Und wie schlagen sich Gabel und Hinterbau? Nun, wirklich wippfrei ist der Hinterbau nicht und arbeitet doch mit ProPedal sehr ruhig. Für die Aufstiege empfiehlt sich also der Griff zum ProPedal Hebel, während der Hinterbau auf der Abfahrt mit feinem Federverhalten alles schluckt, was sich in den Weg stellt. Nacht ganz mithalten kann da die 120mm Fox 32 an der Front. Sie scheint deutlich weniger Reserven bieten zu können und kann trotz guter Dämpfung dem Hinterbau nicht das Wasser reichen. Nervig aber anscheinend problemlos: Der Hinterbau knarzt je nach Fahrweise etwas, was wohl am fehlenden Gelenk zwischen Sitz- und Kettenstrebe liegt.

    Soweit der erste Eindruck nach gut 500km. Seither ist wieder einige Zeit vergangen und zu Letzt bin ich mit dem Yeti beim 24h Rennen in Finale Ligure gewesen, wo drei von uns das Rad auf ihren Runden bewegt haben… es gibt noch einiges zu berichten!

    Zwischenfazit:

    Was ist diese Bike also? Irgendwas zwischen kurzem Marathon Racer und leichtem Freeride Bike (schlachtet mich nicht aber mit dem Teil kann man einiges anstellen…). Ein paar Tage heißt es noch warten, dann gibt’s den großen Testbericht auf mtb-news.de!

    Ideen:

    Diese Rad kann eindeutig mehr, als langweilige Schotterpisten entlangbolzen. Indiskutabel ist die kleine 160mm Scheibe an der Front, die schon bei moderater Fahrweise in normalem Terrain an ihre Grenzen stößt. Neben einer größeren Bremsscheibe, wäre auch eine absenkbare 140mm Gabel eine hochinteressante Änderung am Yeti ASR 5 Carbon. So könnte das volle Potential des Bikes freigesetzt werden, das sich schon so vermuten aber nicht zu 100% ausschöpfen lässt.

    Wer es gerne günstiger und etwas robuster hat, der bekommt neben dem “Pro” Kit auch zwei günstigere Ausstattungsvarianten. Bei diesem Schmuckstück wäre jedoch auch ein Eigenaufbau sinnvoll, bei dem gegenüber der Stangenversion nicht nur weniger Gewicht, sondern auch deutlich weniger Preis drinnen wäre.

    Weitere Informationen zum Rad findet ihr auf der Yeti Homepage

     

    tags:  gefahren  yeti  mtb  test 

    Comments
  2. Ausprobiert: Evoc Freeride Pro Rucksack

    Richtig gute Rucksäcke zum Skifahren und Snowboarden sind rar. Entweder sie sind zu dick, um damit Sessellift zu fahren, oder sie hüpfen auf dem Rücken auf und ab oder es lassen sich keine Ski daran befestigen oder oder oder. Bisher war ich fest davon überzeugt, das Mammuts Powder der beste Rucksack zum Freeriden sei - bis ich den Evoc Freeride Pro ausprobiert habe.

    Das besondere an ihm ist sicher die Tatsache, dass ein Rückenprotektor mit eingebaut ist “For Stunts without regrets” - eine sinnvolle Sache für alle,…

    Read More

     

    tags:  gefahren  ski  mtb  teile teile teile  evoc 

    Comments
  3. Wenn wir schon bei Nicolai sind, gibt’s gleich noch ein besonderes Schmankerl zu sehen: Vor einigen Monaten schon hat sich Max ein Teamrad vom Gates Nicolai Team gekauft - jetzt wollen wir hier endlich mal genauer auf das schicke Stück schauen.

    Der Rahmen ist ein Helius AM. Natürlich kommt er in Teamfarben hellblau/weiß mit gold kombiniert aber der eigentlich interessante Punkt an diesem Rad ist die Spezialgeometrie. Das lange Oberohr ist mit einem Größe-S-Sitzrohr kombiniert und dadurch bietet der Rahmen nicht nur die richtige Länge, sondern auch viel Platz über dem flachen Oberrohr, um dem Fahrer vollen Spielraum zu geben.

    Was sonst noch speziell ist an dem Rad? Nun, es ist relativ leicht und dennoch massiv, auch wenn der Crossmax SX Laufradsatz nicht unbedingt der steifste und stabilste ist. Hier gibt es für weniger Geld bessere Teile. Was aber geniale ist, ist das Fahrverhalten an sich. Durch den breiten Truvativ Boobar Lenker und mit einem sauberen Setup fühlt sich das Bike nach einem richtigen Mini-DH-Bike an; perfekt für deutsche Downhillstrecken und vor allem selbsterarbeitete Abfahrten in den Alpen!

    Mit diesem Setup werden wir das Rad in der kommenden Saison noch so einige Male sehen und bei Gelegenheit von weiteren Erfahrungen berichten.

     

    tags:  nicolai  mtb  gefahren 

    Comments

Navigation
News
2 Räder
2 Bretter
25 Frames
x² Megapixel
Teile, Teile, Teile

Gefahren


Impressum
Google - Archiv